14.02.2024

AGA-Jahrestagung mit IfW-Chef Prof. Dr. Moritz Schularick

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„Navigieren durch turbulente Zeiten“: Unter diesem Motto stand die AGA-Jahrestagung, die gestern in der Bucerius Law School in Hamburg stattfand. Prof. Dr. Moritz Schularick, seit Juni 2023 Präsident des renommierten Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel), sprach über die ökonomischen Perspektiven für 2024.

Zum Auftakt richtete AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse einen klaren Appell an die Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel: „Ich habe den Eindruck, dass es der Politik zunehmend schwerer fällt, der Wirtschaft zuzuhören und ihre Lage ernst zu nehmen. Wir brauchen weniger Weltanschauung und mehr Pragmatismus, um die multiplen Herausforderungen zu bewältigen. Als Staat sollten wir unsere Interessen vertreten und lieber Qualitätsprodukte statt eigener Ideologien exportieren.“ Eindringlich warb Kruse für den Freihandel und warnte auch in diesem Kontext vor einer Politik, die an der ökonomischen Realität vorbeigehe: „Uns rennt die Zeit weg. Jedes Jahr ohne Abkommen schwächt unsere Wettbewerbsposition und wir verlieren gegenüber globalen Wettbewerbern – wie China – den Anschluss. Abkommen sind nie perfekt, aber ein Freihandelsabkommen zu haben, ist immer besser, als am Ende mit leeren Händen dazustehen.“

IfW-Präsident Prof. Dr. Moritz Schularick sagte: „In Deutschland fehlt eine positive Vision, wie das Land in zehn Jahren aussehen soll. Wir erleben das Ende von drei großen Wetten der Vergangenheit: Die auf russisches Gas als Brückentechnologie, die auf chinesisches Wirtschaftswachstum und die auf von Amerika garantierte Sicherheit. Das Ergebnis ist eine verunsicherte Gesellschaft, die nach Orientierung sucht. Wir laufen rückwärts in die Zukunft, schauen auf das, was uns bisher ausgemacht und reich gemacht hat und wollen das bewahren, statt uns umzudrehen und zu fragen, wo die großen Chancen für morgen liegen. Wir müssen jetzt die Investitionsanreize setzen und die Veränderungen einleiten, die uns zu einer grünen Industrienation machen können, zu einer digitalisierten Gesellschaft mit exzellenter Bildung und Forschung.“

Foto: Ulrich Perrey

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